Hasetal
Hasetal wird Mundraubregion
Mehrere Jahrhunderte waren öffentliche Obstbaumalleen prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Heute geraten diese wunderschönen Bestände vielerorts in Vergessenheit und werden in absehbarer Zeit zu einem großen Teil verloren gehen.
Der Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal hatte Mitte der 90er Jahre entgegen dem Zeitgeist eine tolle Entscheidung getroffen: entlang des 200 km langen Radfernweges „Hase-Ems-Tour“ zwischen Melle und Meppen wurden tausende Obstbäume für Anwohner und Touristen zur freien Verfügung gepflanzt.
Für die 16 Gemeinden entlang des Radweges ist es indes aufwändig, durchgehend eine fachgerechte Pflege zu gewährleisten. Die Bürger in den Gemeinden im Hasetal, der Tourismusverband und mundraub.org entwickeln zwischen 2012 und 2014 Modelle für die nachhaltige Nutzung und Pflege dieser Obstbäume. Dies geschieht über Baumpatenschaften in Kombination mit touristischer Wertschöpfung. Dieses Pilotprojekt wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt und gefördert.
Mit der Kick-Off Veranstaltung im Mai 2012 fiel der Startschuss. Seitdem hat sich viel getan im Hasetal. Der wertvolle Obstbaumbestand entlang des Radweges wurde kartiert und auf der Plattform mundraub.org eingetragen. Jede der beteiligten Gemeinden erhielt einen ausführlichen Steckbrief über Pflege- und Vitalzustand der dazugehörigen Bäume. Auf der Suche nach fürsorglichen und engagierten Baumpaten wurden zahlreiche Flyer verteilt und die Plakatierung der Bäume begonnen. Im September konnten die ersten grünen Plaketten angebracht werden. Jeder der aktiven Baumpaten erhält ein Starterkit, welches einen Obstbaumschnittkurs, eine Obstbaumschere plus Erntekorb sowie ein Mundraub-Handbuch beinhaltet.
In mehreren Workshops und Arbeitskreisen mit zahlreichen engagierten lokalen Akteuren konnten bereits sehr viele Ideen und Möglichkeiten für die Entwicklung der ersten Mundraubregion gesammelt werden.
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