Der Fuchsbandwurm. Eine echte Gefahr?

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Hast du auch noch die Warnung von Eltern oder Großeltern im Ohr, keine Heidelbeeren im Wald zu sammeln oder beschleicht dich beim Bärlauch sammeln ein ungutes Gefühl wegen möglicher Gefahren für deine Gesundheit? Fragwürdige Popularität wurde dem Wurm in den Neunzigern zuteil, als es hieß, der ehemalige DDR-Staatschef Erich Honnecker sei von ihm befallen.

Wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm?

Wenn es um wild wachsende Nahrungsmittel geht, ist die Sorge um den Fuchsbandwurm nicht weit. Da die Tollwut in Mitteleuropa fast ausgerottet ist, gibt es heute mehr Füchse denn je, und diese leben zunehmend im städtischen Raum. Die infizierten Tiere haben ebenfalls zugenommen. Dabei gelten Bayern, die Nordschweiz und Westösterreich als Hochrisikogebiete, in denen etwa die Hälfte der Tiere betroffen ist. Eine gewisse Sorge ist deshalb durchaus berechtigt. Doch trotz der weiten Verbreitung infizierten sich in Deutschland im Jahr 2015 laut Robert-Koch-Institut nur 45 Menschen.

Junger Fuchs auf einer Wiese

Woher kommt der Fuchsbandwurm?

Werfen wir einen Blick auf den Lebenszyklus des Parasiten. Er setzt sich - wie der Name sagt - im Darm von Füchsen fest. Über dessen Ausscheidungen gelangt er auf Samen, Wurzeln und Gräser in Wald und Flur, welche von Mäusen gefressen werden. Im Darm der Mäuse schlüpfen die Larven, die wiederum in die Leber gelangen und sich dort festsetzen. Mäuse gehören auf den Speisezettel der Füchse und so gelangen die Finnen (hier als andere Bezeichnung für Larven und nicht für Nordeuropäer gedacht ;-)) wieder in den Fuchs, werden zu Würmern, legen Eier…

Auch Katzen und Hunde - vor allem streunende - verspeisen gern mal eine Maus. Forscher fanden nun heraus, dass neben Land- und Forstwirtschaftsarbeitern vor allem Halter von Haustieren, die freien Auslauf haben und nicht regelmäßig entwurmt werden, besonders gefährdet sind. Gleichwohl können bodennah wachsende Beeren, Wildkräuter oder Fallobst, insbesondere neben Feldern, mit dem Kot infizierter Tiere kontaminiert sein. Um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, solltest du deine gesammelten Pflanzen und Früchte, vor dem Verzehr gründlich waschen! In Risikogebieten empfiehlt die medizinische Fakultät der Universität Würzburg eine der folgenden Maßnahmen, die auch du durchführen kannst:

  • Erhitzen über 60 °C für wenige Minuten
  • Erwärmen auf 45 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85 % für ein paar Stunden
  • Trocknen bei 25 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 25 % für wenige Tage

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen beugst du dem Fuchsbandwurm vor und kannst deine gesammelten Beeren und Kräuter weiterhin genießen.

In diesem Artikel versuchen Dr. Thomas Romig und Dr. Petra Kern zu erläutern, welche Auswirkungen die Durchsuchung der Füchse auf das Infektionsrisiko der Bevölkerung hat

#DeineStadtIstEssbar

Heidelbeeren
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