Gans ohne? Alternativen zum konventionellen Weihnachtsfest und traditionellen Weihnachtsmärkten


Das Weihnachtsfest ist vorüber, der Einzelhandel freut sich über regen Tausch und kauffreudige Beschenkte. Die vielen Weihnachtsmärkte, die wochenlang tausende Menschen mit Kerzenschein, Musik und Bratwurstgeruch lockten, haben sich derweil unbemerkt aus dem Stadtbild geschlichen. Woher kommt der Brauch und was gibt es für Alternativen zu konventionellen Märkten?

Weihnachtsmarkt - Ursprung des Brauchtums

Weihnachtsmärkte sind in Mitteleuropa nicht mehr aus der Adventszeit wegzudenken. Ihr Ursprung geht zurück auf spätmittelalterliche Verkaufsmessen und Märkte, die vor allem den Zweck erfüllten, sich auch in der kalten Jahreszeit mit Fleisch und anderen Waren einzudecken. Auch das Handwerk fand hier seinen Platz, kleinere Kunstwerke und Leckereien und Spielzeug für die Kinder zu verkaufen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts bestimmen Weihnachtsmärkte deutschlandweit das Stadtbild der Adventszeit. 

Wirtschaftsfaktor Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte sind seit Jahrhunderten Umsatzentscheidend für zahlreiche fahrende Gewerbe und Marktkaufleute. Die Umsatzzahlen der deutschen Weihnachtsmärkte aus dem Jahr 2012 zeigen, das Rummel und Romantik vor allem ein relevanter Wirtschaftsfaktor sind. 160 Millionen Besuche bei einem Umsatz von 5 Milliarden Euro Umsatz rechnet der Bundesverband der Schausteller und Marktkaufleute für 2012. Beinahe 200.000 Arbeitsplätze hängen an den vielen Buden und Gewerbeeinheiten. Auch Tourismus, Personenbeförderer und umliegender Einzelhandel profitieren von der Attraktivität zahlreicher Weihnachtsmärkte.

Exportschlager "German Mix"

Weihnachtsmärkte nach dem deutschen Vorbild gibt es inzwischen europaweit. Der "German Mix" von Bratwurst und Glühwein erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Ganze Märkte werden containerweise importiert. Während Wurst und Braten die Welt erobern, hält in vielen deutschen Großstädten ein neuer Trend Einzug - vegetarische und vegane Weihnachtsmärkte gehen dem enormen Fleischumsatz zur Weihnachtszeit an den Kragen. 

Weihnachten - Ein Fest ohne Braten?

Deutschland ist Europameister im Schweineschlachten. Über 700 Millionen Tiere - Rinder, Schweine und Hühner - sind 2013 unserer Fleischeslust zum Opfer gefallen. Einen nicht unbedeutenden Anteil an dem hohen Verbrauch hat die selige Weihnachtszeit. Weihnachtsbraten, Kartoffelsalat und Würstchen, dazu ein oder zwei Besuche auf Weihnachtsmärkten, zahlreiche Weihnachtsfeiern - die Anlässe gekocht und frisch gebraten Fleisch in Hülle und Fülle zu verspeisen sind zahlreich. Auch Menschen, die sich über den Rest des Jahres das Label der Fleisch vermeidenden Vegetarier oder bewusst und selten konsumierenden Flexitarier geben, können häufig nicht mehr widerstehen, wenn es an traditionelle Bräuche im Kreise der Familie geht. Für alle, die auf das Fleisch zur Weihnachtszeit nicht verzichten möchten, wäre ein erster Schritt zu sensiblerem Konsum, der Kauf bei regionalen Erzeugern. Für viele Regionen sind online Einkaufsführer zu finden, die die Suche nach Postleitzahl und Produkten ermöglicht. Der Bio-Einkaufsführer Nordrhein-Westfalen wird bereitgestellt von der Arbeitsgruppe Bio NRW: 

Gans ohne - Vegetarische Weihnachtsmärkte

2010 bietet Hannover als erste Stadt eine vegetarische Alternative zu den konventionellen Weihnachtsmärkten. 2014 ziehen Leipzig, Duisburg, Düsseldorf und Hamburg nach. Der Vegetarier-Bund veröffentlichte im November eine Liste vegetarischer Märkte und ein paar vegetarische und vegane Alternativrezepte zu Weihnachtsbraten und Bratwurst. Ein paar Rezepte und Argumente für fleischfreie Festtage für das nächste Jahr findet ihr hier.

Einen guten Rutsch und lasst es euch schmecken!