Mit Kartoffeln Socken stopfen


Ihr sucht noch nach einer Geschenk-Idee für Weihnachten? Wie wäre es mit Magic Kartoffeln? Unterstützen wir gemeinsam ein solidarisches Landwirtschafts-Projekt (CSA) im Oderbruch (Brandenburg). Schafft es unsere mundraub-Gemeinschaft 100 Säcke Kartoffeln zu verteilen?

Unter dem Motto "Global denken, regional handeln" möchten wir nachfrageorientiert 100 Säcke Brandenburger Kartoffeln an unsere Mundraub-Bande verteilen. Die Erdäpfel stammen von einem Hof der solidarischen Landwirtschaft aus dem Oderbruch, geführt von einer 3-köpfigen Familie. 12.5kg zu 2€ das Kilo, also 25€ der Sack, sollen helfen ein Hochwasser-Finanzloch zu stopfen. Schickt eine Mail mit dem Betreff "Kartoffel" an info@mundraub.org. Die schmackhaften Knollen können (nach Rücksprache) dieses Jahr noch in unserem Büro in Alt Treptow eingesammelt werden. Eine große Lieferung starten wir Anfang des Jahres.

"Soviel Himmel braucht guten Boden als Träger"

Brandenburg. Oderbruch. Ein Horizont wie mit dem Lineal gezogen. Flachland, ehemaliges Überschwemmungsgebiet, trocken gelegt vom alten Fritz Mitte des 18. Jahrhunderts. 

Feste, feuchte und tönerne Erde, zäh und störrisch. "Minutenböden", irgendwo zwischen zu trocken und zu nass. Fruchtbar, aber unberechenbar. Risikoboden, der vornehmlich für die extensive Nutzung profitabel bleibt. Wenige Menschen teilen sich einen weiten Landstrich, der bestimmt wird durch das Bild, das die LPG-Betriebe der ehemaligen DDR hinterlassen haben. Ackerland, soweit das Auge reicht, vereinzelt Bäume, großzügige Flächen, die den Straßen ihren Weg weisen. Eine der Inseln inmitten des Agrarindustrie geprägten Szenarios: Eine Hand voll Häuser und ein Hof, der einen alternativen Ansatz der Gemüse-Versorgung verfolgt.

Solidarische Landwirtschaft - Community Supported Agriculture (CSA)

Nach dem Motto "Global denken, lokal Handeln" funktioniert das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft. Viele Menschen tragen einen Hof und erhalten im Gegenzug frisches Gemüse aus regionalem Anbau. 

Die Gemeinschaft trägt das Risiko, die Kosten und die Ernte. Der Hof kann so nachfrageorientiert und relativ frei vom Marktdiktat agieren. Der Wirtschaftskreislauf ist kurz, transparent und nachhaltig. Der Hof nahe der polnischen Grenze beliefert nach diesem Verfahren über 100 Ernteanteile in Berlin Friedrichshain und Neukölln. Wöchentlich erhalten so beinahe 300 Menschen frischestes Ackergold. Der Hof ist sozial eingebunden, die Beteiligung der Mitglieder erwünscht. Ein Ort des generationen übergreifenden Lernens und Lehrens. Teil der Vereinbarung ist das gemeinschaftliche Abfangen von witterungsbedingten Ernteausfällen.

Mit Kartoffeln Socken stopfen

2013. Die CSA-Gemeinschaft beschließt, das nach dem Oder-Hochwasser entstandene Finanzloch zu stopfen. Mit Kartoffeln. In einer Ernte-Aktion im September 2014 erblicken über 12 Tonnen das Tageslicht. In 12kg-Säcken zu 20€ ausgeliefert, sind Preis und Geschmack von den Erdäpfeln der Supermärkte schwer zu übertreffen. Aber wohin mit den all den Knollen? Die Kooperative stößt hier an ihre Verzehr-Grenzen.

100 Säcke Kartoffeln bis Weihnachten

Mit 12 Tonnen Kartoffeln lassen sich 10 Telefonzellen stopfen. Die 300 Menschen der Lebensmittel-Kooperative müssten täglich 100 Gramm Kartoffeln pro Kopf verzehren, um den Vorrat innerhalb eines Jahres zu verschmausen. Zuviel für das Netzwerk.

Darum möchten wir unsere Mundräuber_Innen dazu aufrufen, mit ihrem Kartoffel-Verzehr einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung eines nachhaltigen Projektes zur Ernährungssouveränität und nachfrageorientierter Lebensmittelproduktion zu leisten.

Im Sinne des CSA-Gedanken möchten wir nachfrageorientiert die Lieferung der Kartoffeln organisieren. Meldet euch bei uns, schreibt uns, wo ihr seid (in Berlin) und wieviele Säcke ihr gerne hättet. Wir bilden dann Verteiler-Inseln in euren Einzugsgebieten. Verteilt wird Anfang 2015, Selbstabholer_Innen können nach Rücksprache mit uns auch in unserem Büro vorbei schauen. Fragt gerne auch an den Pommes-Buden ums Eck und bei euren Nachbarn. Es wäre doch gelacht, wenn unsere Mundraub-Gemeinschaft die Kartoffeln nicht bis Weihnachten unter die Leute bekäme. Wir werden 2€ das Kilo nehmen, um den Transport zu stemmen, für einen Sack zu 12,5kg macht das 25€.

Teilt den Aufruf auf Facebook, verschickt ihn als Mail und hängt ihn in eurem Kiez auf. Mitte Dezember werden die Säcke verteilt. Wenn jede_r 200. unserer angemeldeten Nutzer_Innen einen Sack bestellt oder für andere spendet, haben wir die 100 Säcke schnell geschafft.

Für alle, die nicht in Berlin wohnen, gibt es die Möglichkeit Kartoffeln zu spenden. Ihr übergebt uns eure Geldspende (zum Beispiel via Überweisung mit dem Betreff "Kartoffeln"), wir übergeben die entsprechende Kartoffelmenge an Kitas, Schulen und Jugendclubs in Berlin.

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