Mispeln verarbeiten

Die Mispel ist eine alte, etwas in Vergessenheit geratene Obstart. Aus Südosteuropa, dem Kaukasus und Persien stammend, kam die Mispel mit den Römern nach Mitteleuropa. War die Mispel im Mittelalter in Süd- und Mitteleuropa noch weit verbreitet, hat sie heute als Obstbaum an Bedeutung verloren. Weniger wegen ihrer Früchte als vielmehr aufgrund der großen weißen Blüten ist die Mispel noch häufig als Ziergehölz in Gärten anzutreffen.

Nicht zu verwechseln ist die Mispel mit der Mistel. Unter dieser werden in den USA und England zur Weihnachtszeit gern Küsse ausgetauscht.

Mispel am Baum
Der eher strauchartig wachsende Laubbaum wird bis zu sechs Metern hoch. Bei Wildformen sind die Früchte zwischen zwei und vier, bei Kulturformen bis zu sieben Zentimetern breit. Sie haben einen interessante Form und erscheinen auf den ersten Blick wenig genießbar. Zudem sind die Früchte recht hart, sodass sie nach der Ernte im November zwei bis drei Wochen Lagerung benötigen, um weich zu werden. Erst dann kannst du Mispeln verarbeiten und genießen.

Mispel Rezepte

Ein Grund, warum die Mispel ein Dasein abseits beliebter Obstsorten fristet, könnte ihr etwas altertümlicher Geschmack sein. Verbunden mit ihrer Konsistenz ist dieser eher gewöhnungsbedürftig, da sich der Geschmack des heutigen Menschen an die Vielzahl moderner und exotischer Früchte angepasst hat. Und dennoch kannst du die Mispel in der Küche verwenden. Neben der Obst-typischen Marmelade macht sich die Mispel als Partnerfrucht in einem Fruchtleder ganz vorzüglich. Außerdem probierten wir die österreichische Spezialität Topfenknödel mit einer Füllung aus Mispel und Birne aus und waren positiv überrascht.

Übrigens: Auch die Vogelbeere, die Frucht der Eberesche, muss sich damit zufriedengeben, eine geschmackliche “Spezialität” fernab beliebter Obstsorten zu sein. Und doch lassen diese sich genau wie Mispeln verarbeiten, beispielsweise zu einer aromatischen Barbecue-Sauce.

Gelegentlich kannst du Mispeln im Obst- und Gemüsehandel erstehen. Oder du schaust dich einfach mal in deiner Umgebung und auf der mundraub-Karte um. Werden fleißig öffentlich zugängliche Mispelbäume dort eingetragen, wird die Mispel ihre eigene Kategorie erhalten. Aktuell ist sie unter dem Filter “Andere Obstbäume” zu finden.