Obstwiesen sind Lebens- und Erlebnisräume


Der Weg zur Obstwiese

Auf dem Spaziergang von der Bushaltestelle zur 50Hertz-Entdecker-Wiese haben wir schon die ersten essbaren Sachen entdeckt: bereifte blaue Kügelchen, die an einem dornigen Strauch wachsen, fast schwarze Beeren an einem wilden und pieksigen Gebüsch am Feldrand und einen Obstbaum, der wie ein Strauch wächst, dessen Früchte ganz klein und ungewöhnlich geformt sind.

Welche Obstarten schmecken uns?
Welches Obst kennen wir mit ganzen Namen?

Schlehen, Brombeeren und eine verwilderte Birne weisen den Weg zur vor einigen Jahren als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme angelegten Streuobstwiese, auf der Äpfel, Pflaumen, Mirabellen und Walnüsse wachsen.
Die jungen Obstbäume sind Hochstämme und so ist es jetzt schon nicht mehr möglich die Früchte einfach so vom Ast zu pflücken. Die Krone beginnt erst in ca. zwei Metern Höhe.

© Jean Pauls

Die Obstwiese kennenlernen

Auf einer Obstwiese gibt es nicht nur Obstbäume. Wir haben uns auf die Suche gemacht und ein Potpourri der Obstwiese zusammengestellt: Jede Schülerin und jeder Schüler hat von einer eigenen Entdeckungstour ein paar Dinge mitgebracht, die sie oder er auf und unter dem Baum, zwischen Gräsern und Kräutern oder auf dem Weg gefunden haben. So kamen Schneckenhäuser und Krabbelkäfer, Blätter und Früchte, Hölzer und Steine, Rindenstücke und Kräuter zusammen.

Woher kommen all diese Dinge hier?
Haben die etwas miteinander zu tun?   
  

Dass Obstbäume besser wachsen und über 100 Jahre alt werden können, wenn sie gepflegt werden, sorgt für Staunen.

© Jean Pauls

Aber welche Obstarten wachsen denn überhaupt auf Bäumen?
Kennt jemand aus der Klasse diese kleinen orangenen Früchte?
Wachsen Melonen am Baum?
Und wann sind Stachelbeeren reif?

Wir sortieren verschiedene Obstarten den verschiedene Gewächsen zu, überlegen, wann welche Früchte reif sind und welche Früchte auch bei uns wachsen.
Vier unterschiedliche Obstarten, insgesamt acht verschiedene Obstsorten! Die vielen Winkel und Ecken der 50Hertz-Entdecker-Wiese laden zum Erkunden ein. Nicht nur für uns Menschen sind Obstwiesen wunderbare und vielseitige Orte, auch für die Tierwelt haben Obstwiesen, ihre Bäume, Früchte, Gräser und Kräuter einiges zu bieten: Als Nahrungsquelle, zur Fortpflanzung oder als Rückzugsraum übernehmen sie für unzählige Tierarten auch eine Lebensraumfunktion.

Was geschieht, wenn es keine Ohrwürmer auf den Obstbäumen gibt?
Und warum sind alte Bäume bei einigen Tieren ganz besonders beliebt?
Wer frisst reife Äpfel?

Im Sommer und Herbst gibt es Früchte, die sich Mensch und Tier schmecken lassen. Doch nicht nur Früchte, auch die Blüten – die Obstblüte und die Blüten der Wiesenkräuter – sind für die Tierwelt hier interessant. Die Blütenvielfalt ist ein reich gedecktes Insektenbuffet. Für Wildbienen, Käfer, Schmetterlinge und Honigbienen!

Einen Blick in ein Bienenvolk werfen 

Und warum stehen nun Bienenvölker hier auf der Wiese? Na klar! Die Bienen sammeln und fressen den Blütennektar und Blütenpollen von den Blüten der Obstbäume. Und wenn diese nicht mehr blühen gibt es in der Nähe Robinienbäume und später im Jahr Goldruten, wo die Bienen ihre Nahrung finden. Wir wissen ja schon einiges über die Bienen, aber trotzdem sind wir erstaunt, als die Imkerin ein Bienenvolk für uns öffnet.
Wie viele Bienen da so dicht beieinander und sogar übereinander sitzen. Und vor allem wie friedlich sie sind. Die Imkerin zeigt uns eine Wabe und die Bienen bleiben einfach darauf sitzen.
Ganz in Ruhe können wir uns die unterschiedlichen Bienenwesen und die Bienenkinder (Larven) anschauen. Und am Schluss dürfen wir sogar noch Honig aus einer frischen Wabe schlecken. Lecker!

© Jean Pauls

Ein Insektenhotel bauen

Nicht nur Honigbienen fliegen auf der Obstwiese herum. Auch viele andere Wildbienen kommen hier vor. Es gibt fast 500 verschiedene Arten bei uns in Deutschland! Da sie nur noch wenige Orte zum Wohnen und Überwintern finden, bauen wir ihnen ein Haus und richten es schön ein. Mit Lehm, Holstücken, Schilf, Bambus und Steinen.
Bohren, Sägen und mit Lehm bauen macht gemeinsam viel Spaß, nach jedem Handgriff ist die neue Behausung ein Stück vollständiger.

© Jean Pauls

„Mit Lehm rummanschen is richtig cool, damit kann man bestimmt noch viel anderes bauen.“

Und als wir noch am Insektenhotel rumbasteln kommen zwei verschiedene Wildbienen und gucken sich das Nistplatzangebot schon ganz genau an. Ein paar Schilfstängel und Holzlöcher scheinen sie besonders zu interessieren

„Ich dachte immer Insekten sind eklig, aber die sind ja richtig spannend.“

Vielen Dank an die zwei Schulklassen aus Strausberg und Rüdersdorf für ihre Neugier und ihre MIthilfe. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

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Profile picture for user Andrea Pi

Lieber Sandbauer Heinz,
wie ist denn der aktuelle Stand Eurer Streuobstwiese?
Falls du Unterstützung, z.B. durch freiwillige MundräuberInnen brauchst, starte doch einfach einen Aufruf über unsere Aktionen-Funktion hier.  Du kannst auch eine Gruppe gründen - so kannst Du Euch und uns auf dem Laufenden halten.
Fruchtige Grüße,
Andrea von Mundraub

Profile picture for user georg lang

Liebe Helene, eine Obstwiese ist für dich "schön" ?! Würdest du selbst gerne eine haben - oder eine teilen - mit netten Menschen ?
Ich/Wir wollen und werden im nächsten Jahr - 2016 - nach entsprechender Vorbereitung eine so genannte Streuobstwiese - mit Hochstämmen an -
legen.
Falls du - beispielsweise - mitwirken/dich beteiligen willst -  nur Mut !

 Unser Hof liegt rund 40km südlich von Berlin - mit dem Zug ~ 30 Min. +
Fahrrad 15 Min. ! Wir wirtschaften nach "Bioland" Richtlinien.

Gruß Heinz-Günther

Profile picture for user georg lang

Mann, klingt das schön. Jetzt bräuchte ich nur eine kleine Tochter, die ich zu Euch schicken kann. Na, vielleicht in ein paar Jahren... Danke für den schönen Artikel.h.h.