Was macht eigentlich der BFA-Streuobst?


Der Bundesfachausschuss, kurz BFA-Streuobst, ist der wichtigste Zusammenschluss von Fachleuten zu den leckeren und ökologisch wertvollen Nahrungsressourcen in unserer Landschaft. Seit 1992 treffen sich die Akteure aus dem Naturschutz, geben vierteljährlich den NABU-Streuobst-Rundbrief heraus und vernetzen sich bundesweit und international mit Aktiven zum Thema Streuobst, das mehr denn je unsere Aufmerksamkeit verdient.

Streuobstparadies in Prag

Sei es aus dem Blickwinkel der Tafelobstvermarktung, die der NABU Münster seit vielen Jahren erfolgreich, aber angesichts des anhaltenden Strukturwandels in der Landwirtschaft leider auch nicht problemlos betreibt, oder aus der Perspektive der Verwertungsobstvermarktung, der die Grüne Liga Dresden mit ihrer mobilen Kelterei den Weg bereitet. Wichtig sind auch die ExpertInnen, z. B. des Julius-Kühn-Instituts, des Pomologen-Vereins und des Obst- und Gartenbaus.  Diese untersuchen Selbstreflexion, Sortenkunde, Streuobstbau, Wiesenökologie, Baumphysiologie und Umweltbedingungen und dokumentieren und bewahren - so gut, wie es mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geht - das, was auch wir MundräuberInnen an gewachsener Vielfalt zu schätzen wissen.

Mundraub und Naturschutz gehen zusammen

Dass Mundraub an diesem Wochenende mit am Tisch sitzt und eingeladen ist, den Blick über den Tellerrand auf die Mundräuberei in Prag und Leipzig zu werfen, ist nicht selbstverständlich. Die mit Herzblut an der gemeinsamen Sache arbeitenden Akteure des BFA-Streuobst haben leider auch weniger gute Erfahrungen mit Mundraub gemacht. Beispiel Münster: Wiesen, die in Absprache zwischen dem NABU und den Landwirten vor Ort für die Tafelobstvermarktung beerntet werden sollen, sind, seit Mundraub sie auf der Karte hatte und obwohl die Einträge inzwischen gelöscht sind, regelmäßig leer geraubt.

Schnibbeldischnapp: wer schnibbelt hat auch Saft.

Für die Umweltbildung im grünen Klassenzimmer müssen nun Äpfel von einer anderen Wiese gebracht werden. Absurd, aber nicht witzig und gar nicht im Sinne der Mundräuber-Idee. Die Vermarktung sorgt dafür, dass die Wiesen gepflegt, zahlreiche Tiere und Pflanzen beheimatet und die fruchtige Vielfalt erhalten werden können. Deshalb gibt es die Mundräuber-Regeln und das Prinzip Eigenverantwortung – die beste Alternative für Verbotsschilder.

Im Vergleich zu den Akteuren der BFA-Streuobst sind wir MundräuberInnen eine relativ junge Community und agieren nicht im leeren Raum. Wir haben die Möglichkeit, Naturschutzverbände bei der Ernte, Pflege und Pflanzung zu unterstützen und auf solchen Flächen aktiv zu werden, die niemanden haben, der sich um sie kümmert. Und diese Möglichkeit nehmen wir wahr. Es gibt genug für uns zu tun, genug zu entdecken und zu schmecken, ohne unseren Partnern, der Streuobstvielfalt und letztlich uns selbst zu schaden.

Trotz der Kritik ist der BFA-Streuobst offen für Mundraub und interessiert daran, wie wir uns die Digitalisierung für die Entdeckung der Essbaren Landschaften zu eigen machen und das Thema Streuobst – wie die Obstgehölzepfleger den Altbaum – verjüngen.

Wir freuen uns auf weiteres Netzwerken mit unseren Partnern im Naturschutz und hoffen, dass wir noch viel mehr Menschen für wertvolles Obst in unserer unbebauten und ursprünglichen Umgebung begeistern.

Engagiert sich auch in deiner Nähe ein Naturschutzverband für Streuobst? Biete deine Hilfe an oder werde aktiv in deiner Gruppe!