Schlehen im Saft


Schlehensaft selbst gemacht

Neben Eichelkaffee bietet uns der Herbst auch noch Schlehen an, die, richtig zubereitet, unser Immunsystem stärken. Auf geht's!

Du benötigt:

  • viele Schlehen
  • Zucker
  • einen großen Topf
  • saubere Flaschen
  • Trichter
  • Sieb

Schlehensaft ohne Dampfentsafter herzustellen funktioniert schnell und einfach. Von Vorteil wäre es, die Schlehen erst nach dem Frost zu ernten, da die Früchte durch die Kälte an Gerbstoffen verlieren und so schmackhafter sind. Neigt man etwas zu Ungeduld, können sie natürlich schon vorher gepflückt werden. Frostige Abhilfe schafft hier eine Lagerung im Gefrierfach von mindestens 24 Stunden.

Die Schlehen bringt man in einem großen Topf zum Kochen. Der Boden des Topfes sollte dabei etwa 2 cm mit Wasser gefüllt sein, damit die Früchte nicht anbrennen. Nach etwa 20 Minuten kochen und gelegentlichem Umrühren sind die Früchte weich genug. Das Mus wird nun durch ein grobes Sieb geseiht - dabei den Siebinhalt gut ausdrücken, um die maximale Ausbeute zu bekommen. Diese gießt man dann mithilfe eines Trichters in die vorher abgekochten (oder im Ofen für 10-15 Minuten sterilisierten) Flaschen. Nur noch schnell verschließen und fertig ist der eigene schmackhafte Immunsystem-Booster.

Es ist übrigens möglich, Schlehensaft mit und ohne Zucker herzustellen. Mit Zucker schmeckt der Saft meines Erachtens etwas bekömmlicher. Ohne Zucker vergärt er sehr schnell, bleibt aber länger haltbar, wenn die Flaschen im Gefrierfach lagern. Der Saft sollte allerdings innerhalb eines Jahres genutzt werden, da er sonst an Geschmack verliert.

Schlehe als Heilmittel

Der Saft der Schlehe hilft bei Müdigkeit und Erschöpfung. Perfekt also für die aktuelle Jahreszeit. Da die Früchte die bereits genannten Gerbstoffe enthalten, wirken sie sowohl bei Schleimhautentzündungen im Mund als auch bei Durchfallerkrankungen heilend. Vor dem Essen getrunken, hat der Saft übrigens einen positiven Effekt auf die Verdauung. Nebenbei sind sie geschmackvoller Lieferant von  Vitamin C, B1, B2, und B6. Wer möchte, kann aus den getrockneten Früchten einen fruchtigen Tee herstellen.

Tipp: Für das Sammeln der Schlehen empfiehlt sich das Tragen robuster Handschuhe, da zwischen den Früchten Dornen hervorragen.

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Moin moin. Schlehen ernte (in diesem Jahr wenig) sollte nicht nach Frost erfolgen. Die Beeren sind dann nur noch schrumpelige Hüllen . Auch haben die Vögel, als Konkurrenz, dann oft schon mitgeflückt.Im Original sind die kleinen runden Früchte gut abzupflücken und dann im Froster leichter gerbsäurereduzierbar. Quittengelee ist schmackhaft gesund und auf Märkten zu einem echten Preis gern gekauft. So wie auch Quittenmarmelade/Gelee. guten Appetit

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Wenn man die Schlehen in einem großen Glas (z.B. 5l Gurkenglas) mit der gleichen Menge  (Bio-)Zucker mischt und das Ganze stehen lässt, holt der Zucker, weil hygroskopisch, die Flüsstgkeit aus den Früchten und es entsteht Schlehensaft, ohne Kochen. Sicherheitshalber kann man diesen nach dem Abfüllen noch sterilisieren, muss aber nicht über 80° erhitzt werden.

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Wenn ihr die Früchte nach dem Kochen durch eine Flottelotte dreht, das Fruchtmus mit Saft streckt und mit 1:3 Gelierzucker aufkocht, erhaltet ihr eine wunderbare Schlehenmarmelade. Zum Frühstück aufs Brot wirkt sie verdauungsfördernd und appetitanregend. Sie passt auch hervorragend zu Fleisch und Käse statt Preiselbeeren.

Manchmal hängen Schlehen (genauso wie Aroniabeeren oder Hagebutten) bis zum nächsten Frühling am Strauch ...

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Danke für den Tipp. Das werde ich nächstes Jahr mal ausprobieren. Jetzt in dieser Zeit finden sich leider keine Schlehen mehr in meiner Umgebung