Moster für Mundraub

von kai am 06.09.2010

… damit kein Obst mehr am Baum verdirbt …

von katharina am 05.09.2010

Das war der Gedanke vor ziemlich genau einem Jahr, als Mirabellen, Pflaumen, Birnen und Äpfel in Hülle und Fülle uns quasi in den Mund wuchsen. Und der Start von mundraub.org. Obwohl in diesem Jahr die Apfel- und Birnbäume aufgrund der Witterung bei der Blüte im Frühling in vielen Regionen nur wenige Früchte tragen, finden sich unzählige Obststräucher und -bäume am Wegesrand, unter denen leckeres Obst am verfaulen und veschimmeln ist. Am Berliner Mauerradweg und nördlich von Berlin-Frohnau luden Anwohner und Landwirte uns Besucher aus der Stadt ausdrücklich und sehr herzlich zur Ernte ein:

Und weil wir unsere Beute, die Fahrradtaschen voller Mirabellen und Frühäpfel, gerne mit noch mehr Menschen teilen möchten, haben wir einen Teil in die französische Patisserie & Confiserie Les enfants gatés in Kreuzberg gebracht. Dort haben Holger und Vincent schon schon ihre Rezeptbücher gezückt und sinnieren nun über köstliche Mirabellentartes, selbstgemachtes Apfelschorle und Marmeladen.

Hallo Baden-Württemberg!

von kai am 03.09.2010

In den letzten Wochen erreichten uns sehr viele Emails und Telefonate aus ganz Deutschland. Die meisten Menschen mögen die Idee dieser Plattform und haben ein gesundes Verständnis dafür, dass sie kein Freibrief für Vandalismus und anarchische Verhältnisse sein kann. Sie lesen die Regeln und vergewissern sich, was sie tun. Die Plattform appelliert an Verantwortung – sowohl an die Mundräuber, als auch an die Eigentümer, also auch Länder und Gemeinden, deren Obstbäume nicht beerntet werden. Landschaftsschützer und Mostereien begrüßen die Idee, Brandenburger Bürgermeister und Mecklenburger Touristiker auch, Stiftungen sehen die gute Intention.

Natürlich gibt es auch Kritik, die wir brauchen und der wir uns gern stellen, denn daran wird die Plattform und alles drum herum wachsen.

Was besonders ins Auge sticht, ist der Südosten unseres Landes. Die Auswertung ergibt, dass die meisten Besucher dieser Seite aus Baden-Württemberg kommen. Trotzdem sind dort die wenigsten Einträge gemessen an der Bevölkerung zu verzeichnen. Aus Baden-Württemberg erreicht uns aber auch der Großteil der negativen und zum Teil anfeindenden Kritiken. Es ist das Bundesland, wo wir auf Anraten die meisten Tags löschen müssen. Zum Beispiel heute einen Apfelbaum auf einem öffentlichen Grünstreifen in Stuttgart, dessen Eigentümer die Stadt ist.

Hallo liebe Baden und Schwaben, ich würde gern wissen, woran das liegt, dass es so anders bei euch ist. Wie funktioniert das mit dem Verpachten von Bäumen bei euch? Was stört euch an mundraub.org, was mögt ihr? Wäre es OK, Tags in Baden-Württemberg grundsätzlich nicht freizuschalten?

Wir freuen uns über eure Kommentare.

Alle Apfelsorten Deutschlands

von kai am 03.09.2010

Soeben habe ich einen Tag freigeschaltet und fand ihn so interessant, dass ich euch den Inhalt mitteilen möchte, denn es scheint das Mundräuber El Dorado zu sein. “Ein Insider weiß es: HIER und nur HIER stand vor vierzig Jahren die WIEGE und Saatproduktionsplantage für Deutschlands Apfelbäume. Ihr findet hier ALLE Apfelsorten, die ihr euch vorstellen könnt. LECKER. Vom Förster ist die Wiese ganz offiziell als Streuobstwiese freigegeben.” Ich sage nicht, wo diese Wiese ist, durchsucht die über 2.000 Einträge auf der MundraubMap ;-) Viel Spaß.

“Mir fehlen Erde und Wiese unter den Füßen”

von katharina am 01.09.2010

– Manuela L. aus Berlin SUCHT einen Garten in Berlin zum Miternten und BIETET Mithilfe bei Gartenarbeit oder in der Zusammenarbeit mit Älteren und Kindern –

Manuela schreibt:

Ich bin 53 Jahre alt, konnte bis vor 9 Jahren immer einen Garten nutzen. Ohne Garten fehlen mir Erde und Wiese unter den Füßen, das Wühlen der Hände in der Erde und der Geschmack von Obst und Gemüse, den man u.Umständen lediglich bei Bio-Lebensmitteln wiederfinden kann. Ich kann mir vorstellen, mit älteren Leuten zusammenzuarbeiten oder aber so etwas wie die Großmutterrolle bei einer Familie mit Kindern zu übernehmen. Ich klettere auf Leitern, mulche, pflege Beete, körperlich schwere Arbeit ist aber nichts für mich, z.B. umgraben. Als Kind habe ich gerne Johannisbeeren gepflückt. Lieblingsobst: Äpfel, besonders Gravensteiner und Boskoop. Dann Johannisbeeren, Brombeeren und Sauerkirschen. Der Garten sollte aber gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein.

Interessierte Berliner Gartenbesitzer können sich unter info@mundraub.org bei uns melden, wir vermitteln gerne den Kontakt zu Manuela.

Was ist eigentlich eine Felsenbirne?

von katharina am 31.08.2010

Daniel schreibt uns:

Die Felsenbirne ist eine kleine Frucht, größenordnungsmäßig gleicht sie z.B. Johannisbeeren. Charakteristisch ist ihre dunkelbläuliche, in Richtung Lila gehende Farbe und die kleinen „Fitzelchen“ am dem Stiel entgegengesetzten Ende. Trotz ihres süßen Geschmacks ist die kleine Frucht, die auf  hoch wachsenden Sträuchern wächst, weitgehend unbekannt. Man erntet sie am besten in der zweiten Hälfte des Sommers, wenn die Farbe von Rot zu blau wechselt und die Frucht weich wird.

Bei dem Bild handelt es sich um die Erlenblättrige Felsenbirne, normalerweise sehen die Blätter ein bisschen anders aus.

Bei der Verzehrung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, erfahrungsgemäß macht die Felsenbirne  sich sehr gut in Tutti-Fruttis oder einfach einem Früchtejoghurt.

Neugierig geworden? Weiterlesen, ein paar Handvoll pflücken, und was Leckeres daraus zaubern.

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Amelanchier_alnifolia.jpg


Vielen Dank für diesen fruchtig-herbstlichen Beitrag, Daniel!

Wer hat zu viel Obst im Garten?

von katharina am 27.08.2010

it der bayerische Obstbörse vermitteltdie Verbraucherzentrale Bayern nunmehr seit 2002 bayernweit die Adressen von privaten Obstbaumbesitzern an Bürger, die sich gerne mit Früchten aus der Region eindecken. Beliebt ist die Börse aber auch unter Kennern seltener Obstsorten – und bei finanziell schwachen Familien. Viele Obstbaumbesitzer laden kostenlos zur Ernte ein, bei anderen wird vorab ein Preis vereinbart.

Zum Weiterlesen ein Artikel der Nürnberger Nachrichten. Und wenn der Obsthunger zu groß ist, dann einfach gleich bei der Obstbörse anrufen: Alle Infos hier.

Geht jetzt ein Aufschrei durch die Lande? Warum sächsische Gartenbesitzer auch dieses Jahr wieder allein und mehr ernten müssen, als sie vielleicht selbst gebrauchen können? Und warum obsthungrige Brandenburger und Berliner  traurig auch in diesem Herbst Supermarktobst statt selbst geerntete, duftende Äpfel auf dem Speiseplan haben)?

Auf mundraub.org könnt Ihr deutschlandweit Gärten einstellen, und um Miternter werben. Eure Kontaktdaten geben wir dabei nur auf ausdrücklichen Wunsch weiter, und vermitteln Euch obsthungrige Miternter, die auch gerne die Ärmel hochkrempeln und an der ein oder anderen Stelle im Garten mithelfen. Oder ein paar Wochen später ihre Marmeladen und das Kompott mit Euch teilen, die sie aus ihrer “Beute” eingekocht haben.

Für Berlin hat sich jedenfalls schon eine nette Dame gemeldet, die ihre Mithilfe im Garten anbietet und im Gegenzug ein bisschen frisches Obst mit und bei Euch ernten möchte. Bei Interesse einfach Mail an info@mundraub.org, Stichwort “Zuviel Obst in meinem Berliner Garten”.

No Go Areas!

von kai am 25.08.2010

Eben erreichte mich eine Mail. Anhand des folgenden interessanten Auszuges möchten wir zur Vorsicht aufrufen, denn es wird mit Waffengewalt gegen Menschen gedroht:

“… das Letzte was uns hier auf dem Land fehlt, sind Schnösel aus der Stadt, die sich über unsere Obstbäume hermachen. Wenn wir welche erwischen, die gerade im Kirschbaum sitzen, machen wir uns über ihre Picknickfressalien her und beutzen die gleiche blöde Ausrede wie die – “Das stand hier so rum, wir dachten das gehört niemandem”. Den ganz harten Fällen brennen wir eins mit dem Luftgewehr drauf. Unsere Holunder-, Him-, und Brombeeren können wir auch selber ernten. Dazu brauchen wir keine Unterstützung …”

Bleibt zu hoffen, dass sich der Herr beruhigt und sich nicht zu schwerer Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz hinreißen lässt. Ich bin sicher, dass die Besucher dieser Seite nicht in eine solche Situation kommen werden.

Obst für alle

von kai am 24.08.2010

Wow. In Spechbach im Odenwald gibt es schon eine ähnliche Initiative wie mundraub.org. Darauf hingewiesen hat uns ein Spechbacher. Die Eigentümer von Obstbäumen in Spechbach können ihre Bäume kennzeichnen und  diese sind dann für die Allgemeinheit aberntbar. Hier könnt ihr den ganzen Artikel lesen, den uns der nette Mundraub-Fan zugesandt hat.

Bild: www.spechbach.de

Nachhaltige Räubereien: Die Bamberger Baumpaten

von katharina am 23.08.2010

Inge B. aus Bamberg ist Baumpatin in Bamberg und schreibt uns über diese schöne Initiative:

Hier meldet sich eine Baumpatin, deren Bäume an öffentlichen Wegen frei zugänglich sind. Leider werden Baumpatenschaften nicht respektiert und Obst entwendet, ohne sich darum zu kümmern, dass diese Bäume von ihren Paten gepflegt werden und diese die Früchte auch genießen wollen; wenn die Früchte richtig reif sind, sind die Bäume abgeerntet. Hier also meine Warnung für die Stadt Bamberg: es existieren generell Baumpatenschaften für alle!!! Obstbäume der Stadt Bamberg, auf öffentlichem Grund und auf Streuobstwiesen. Das schließt auch Feldränder mit ein!

In einigen Gemeinden Frankens werden die gemeindlichen Obstbäume jedes Jahr im Frühsommer versteigert, auch da gibt es also Besitzer. Ihr müsst wirklich aufpassen, welche Bäume  Ihr freigebt.

Ansonsten ist es eine gute Sache, was ihr da über Eure Seite anbietet! Es tut von Herzen weh, wenn man sieht wie Obst verrottet.

Also, aufgepasst, ihr fränkischen Mundräuber:  Erst Baumpate werden, dann gemeinsam mit Freunden den Patenbaum vorsichtig beräubern.

Nachdenkliches aus Hamburg

von katharina am 23.08.2010

Andreas aus Hamburg befürchtet, dass es reines Wunschdenken bleibt, dass mit freien Obstressourcen tatsächlich schonend umgegangen wird. Er schreibt (Text leicht gekürzt):

Oft werden Früchte “ohne Rücksicht auf Verluste” und viel zu früh von Bäumen und Büschen gerissen. Ich spreche aus Erfahrung: In der Notkestraße waren es früher die Kinder, die im Herbst die Nüsse aufgesammelt haben. Heute fahren Kleintransporter durch die Straße, auf dem Dach(!) stehen Erwachsene und reißen und zerren und schlagen mit langen Bambusstöcken viel zu früh an den Ästen. Den Bäumen sieht man mittlerweile die “unkonventionelle Pflückmethoden” auch schon an.

In Hamburg-Schnelsen gibt es im Wassermannpark eine Streuobstwiese. Die Bäume sind recht alt und daher hochgewachsen. Es wird hier, ebenfalls viel zu früh, “alles Mögliche” in die Bäume hineingeworfen (Fußbälle, Stöcke, Steine), um an einen frühreifen Apfel zu kommen, in den einmal kurz hineingebissen und er dann (weil viel zu sauer) weggeworfen wird.

» Mehr Infos

Afterbergen

von kai am 23.08.2010

Heute erreichte uns eine Nachricht von einem ehemaligen Richter. Vor ca 25 Jahren wurde er von einem Gemeindebeamten gefragt, ob der alte Brauch noch gelte, dass ab einem bestimmten Tag, meist dem Gallustag (16. Okt.), das sog. Afterbergen erlaubt sei. Darunter ist zu verstehen, dass jedermann befugt ist, Feldfrüchte, welche bis zu diesem Tag nicht geerntet sind, an sich zu nehmen. Dieser Brauch hat insbesondere weniger bemittelten Familien zu einem bescheidenen Ernteertrag verholfen, wie etwa auch das bereits im Alten Testament erwähnte Ährenlesen (vgl. etwa das bekannte Bild von Corot). Das alles ist durch den steigenden Wohlstand in Vergessenheit geraten. Der Richter a.D. konnte nicht sagen, ob dieses Gewohnheitsrecht noch trägt, ihm ist jedoch keine Entscheidung dazu bekannt. Seiner Ansicht nach kann es z.B. durch Initiativen wie Mundraub bald dazu kommen. Positiv hoffentlich.

38, 65, …, 2012

von kai am 20.08.2010

Glocalist vom 20. August 2010. Die letzte Erhebung für den Streuobstanbau gab es im Jahre 1965, für die neuen Länder im Jahre 1938. Es fehlen also verlässliche Daten für die Bedeutung von Obst für eine regionale Wertschöpfung, biologische Vielfalt und unsere Kulturlandschaft. Der NABU fordert deshalb eine bundesweite Erhebung des Streuobstanbaus. Wir haben gemeinsam mit allen Mundräubern bereits angefangen, diesem Wunsch nachzukommen. Streuobstwiesen sind derzeit zwar davon ausgenommen, da sie in Privatbesitz und nicht zum mundräubern freigegeben sind. Aber wäre es nicht toll, wenn die Mundraub-Community etwas schafften könnte, was sonst über ein großes Projekt mit Steuergeldern finanziert werden würde? Ganz von selbst und mit Spaß?

To tag or not to tag?

von katharina am 08.08.2010

Liebe MundräuberInnen und andere Besucher der Seite,

Wir freuen uns weiterhin über Eure vielen tollen Beiträge. Vielen Dank dafür! Durch den Medienrummel kommen jeden Tag sehr viele neue Einträge hinzu – darunter auch eine Beschwerde, auf die wir natürlich reagieren. Mundraub soll Menschen zusammenbringen und nicht Zwietracht sähen.

Sollten Obstbäume unrechtmäßig eingetragen sein, helft bitte mit und meldet uns diesen! Nur so könne wir die ‘Spirits’ positiv halten und Mundraub.org zu einem tollen Projekt machen, bei dem Menschen über das Obst zusammen kommen.
Nur Bäume eintragen, die eindeutig frei sind (öffentliches Gelände, freigegebene “Gärten” – ein Danke an alle die den ihren explizit freigegeben haben!)
Ausserhalb von Ortschaften sind Obstwiesen in den meisten Fällen nicht eingezäunt. Hier gilt trotzdem: Privat ist privat, ein Einstellen des Ortes ohne ausdrückliche Einwilligung des Besitzers Grundstücke.  Deshalb: in Erfahrung bringen, wem das Grundstück gehört, nachfragen und uns die Quelle nennen.
Auch wenn im späten Herbst Äpfel und Birnen einer Streuobstwiese auf dem Boden liegen, heisst das nicht, dass sie nicht verwendet werden. Manche Sorten reifen nach und bekommen erst dann ihr Aroma. Wieder gilt. Einfach nachfragen!
Grundsätzlich: Redet mit den Besitzern und den Anwohnern Menschen, die dort sind – auch wenn ein Grundstück schon lange verlassen scheint, so gehört es doch jemandem.
Bei Einträgen die frei aussehen, aber an private Grundstücke grenzen, fragt bitte auch nach (wir haben das mitunter in den Tag-Comments eingefügt).

Wir prüfen alle Einträge. Wir möchten nicht, dass durch wenige Einträge Menschen verärgert werden. Deshalb dauert das Prüfen mitunter seeeeehr lange – habt Geduld mit uns. Ist ein Eintrag zweifelhaft, so wird er nicht freigeschaltet. Wir schreiben Euch dann eine Mail und bitten um weitere Informationen Mithilfe. Deshalb löschen wir auch Beiträge, wenn  keine funktionierende Emailadresse angegeben ist.

Wir verzichten lieber auf einen Eintrag, als das wir jemanden verärgern. Deshalb helft uns, “gute Einträge” zu machen und möglichst viel Infos zu jedem Eintrag zu geben. …spart uns viel Zeit=mehr Tags auf der Map.

Herzliche Grüße aus Berlin, viel Obst und tolle Kontakte mit den Besitzern wünscht,
mirco

Mirabellenzeit!

von katharina am 05.08.2010

Nach den Kirschen sind nun die Mirabellen dran: Leuchtendgelb und kugelrund hängen sie in Trauben an Büschen und Bäumen. Das gelbe Geschwisterchen der blauen Zwetschge ist genügsam, und fühlt sich sogar mitten in der Stadt auf Grünstreifen und anderen Freiflächen wohl.

Aus den süßen Früchten kann man allerlei Köstlichkeiten zaubern: Ob goldgelbe Konfitüre, Chutneys, Liköre oder leckere Blechkuchen – Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.