Sanddorn ernten und verarbeiten

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Sanddornbeeren sind in unseren Breiten die Früchte mit dem zweithöchsten Vitamin-C-Gehalt (5 Gramm pro Kilogramm) - gleich nach den Hagebutten. Der “Zitrone des Nordens” haben wir deshalb in unserem neuen Buch Geh raus! Deine Stadt ist essbar ein Kapital gewidmet, denn der Saft des Sanddorns eignet sich sehr gut zur Stärkung des Immunsystems - gerade jetzt wo die Erkältungszeit beginnt.

Sanddorn StrauchUrsprünglich stammt der Sanddorn aus Nepal, ist aber heute in ganz Europa anzutreffen. Er stellt keine großen Ansprüche an seine Umgebung und übersteht sowohl Dauerfrost als auch Dürre. Aus diesem Grund findest du ihn auch an für Pflanzen extremen Standorten wie an Böschungen von Sanddünen, zum Beispiel hier an der Ostsee. Eine mögliche Verwechslungsgefahr besteht mit Feuerdorn, der allerdings keine orangefarbenen, sondern leuchtend rote Früchte trägt.

Die Sanddorn-Ernte

Sanddornsträucher werden bis zu sechs Meter hoch, wobei die Beerntung eine stachelige Angelegenheit ist. Es gibt drei Methoden:

  • das Pflücken einzelner Beeren (mühsam)
  • das “Melken” der Beeren an den Ästen (spritzig)
  • das Einfrieren der Äste und anschließendes “entbeeren” (elegant)

Beim Melken sammelt man den Sanddornsaft, indem du den mit Beeren behangenen Ast mit einem Handschuh umfasst, ein Gefäß darunter hältst und zudrückst. Dabei platzen die Beeren und der Saft läuft in das Gefäß. Gesicht und Kleidung können danach allerdings etwas Saft und die Hände - trotz Schutz - einige Kratzer abbekommen. Alternativ kannst du die jungen, fruchttragenden Triebe vorsichtig abschneiden und über Nacht ins Gefrierfach legen. Das schadet dem Sanddorn nicht - im Gegenteil regt der Schnitt das Wachstum neuer Triebe im nächsten Jahr an. Die gefrorenen Äste werden dann in einen Beutel gelegt und hart auf den Tisch oder den Boden geschlagen, damit die Beeren abfallen.

Weiterverarbeitung

Sanddorn kochen SiebDen gemolkenen Saft musst du noch einmal durch ein Sieb geben. Hast du die Äste eingefroren, koche die Beeren einmal auf, damit sie aufplatzen. Anschließend gibst du sie durch ein Sieb und fängst den Saft auf.

Sanddorn-Saft

Um den Saft haltbar zu machen, vermenge ihn mit Zucker in einem Verhältnis Saft zu Zucker von 2:1 und fülle ihn heiß in sterilisierte Flaschen ab. Diesen kannst du dann mit Wasser verdünnt trinken oder zu Gelee, Marmelade oder Bonbons weiterverarbeiten.

Sanddorn-Shots

Da etwa zwölf Sanddornbeeren den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C decken, hast du deinen Sanddornsaft mit diesem einfachen Trick das ganze Jahr über griffbereit: Gib deinen frisch gepressten Saft in eine Eiswürfelform und stelle diese ins Gefrierfach. Die Sanddorn-Eiswürfel kannst du in Tee, Wasser oder Müsli auflösen oder mit anderen Säften mischen.

Sanddorn tiefgefroren

Sanddorn-Karotten-Suppe

Eine vitamin- und abwechslungsreiche Alternative zu Kürbissuppe. Du benötigst:

  • 200 g Sanddornbeeren
  • ½ Stange Porree
  • 1 Apfel
  • 600 g Karotten
  • 2 El Pflanzenöl
  • 750 ml Wasser Salz und Pfeffer
  • optional Sahne

Gib die Sanddornbeeren in einen Topf mit etwas Wasser, sodass sie knapp bedeckt sind. Bring das Ganze zum Kochen und lasse es auf kleiner Flamme etwa zehn Minuten ziehen. Anschließend streichst du die Masse durch ein Sieb und fängst das Mus in einem Gefäß auf. Schneide den Porree in Scheiben, den Apfel und die Karotten in kleine Stücke. Röste den Porree sowie Apfel- und Karottenstücken mit etwas Öl in einer Pfanne an und gieße alles mit Wasser auf. Mit Salz und Pfeffer würzen und etwa fünfzehn Minuten kochen. Zum Abschluss pürierst Obst und Gemüse zu einer feinen Masse und gibst kurz vor dem Servieren das Sanddornmus hinzu. Nach Belieben kannst du nun noch etwas Sahne hinzufügen.

Tipp für den Trester

Übergieße den Sanddorn-Trester, der bei der Saftherstellung übrig bleibt, mit Öl und lasse ihn drei Wochen ziehen. Du erhältst so einen wertvollen Ölauszug für deine Hautpflege, der zudem zur Wundheilung beiträgt und leichte Verbrennungen lindern kann.

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Du hast nicht erläutert, was das Problem beim Pflücken der Einzelbeeren ist: nämlich dass sie nicht ohne Zerdrücken vom Ast zu bekommen sind, außer mit Schneiden. Dafür sind die Stielchen aber zu kurz... Die wenigste Sauerei macht die TK-Methode, wofür natürlich genug Platz im Tiefkühler sein muss. Die Beeren können auch im Entsafter (Zentrifugalprinzip) kalt entsaftet werden und der Saft danach pasteurisiert.
Hinterher weiß mensch jedenfalls, warum der Saft im Handel so teuer ist!